Voyeuristisch: ästhetische (Durch-) Ausfälle des ersten Sommertages
In ihrem zielgerichtet hastigen Schreiten zum dachterrässlichen Grillfest wird die Beobachterin wiederholt durch schmerzhafte optische Eindrücke ausgebremst. Ein Weg, der zehn Minuten zu gehen wäre, mutiert zur tour de force zur Schau gestellter Körperlichkeiten und beansprucht ob vorsichtig wahrgenommenen Verwunderns das Doppelte der kostbaren Zeit.
Dalatschen schreiten Männer stolz übers Pflaster, ihre winterlich undurchlüfteten Füße in strahlend weiße Socken verpackt und von Sandalen kaum gehalten. Piercings 17-Jähriger blitzen aus Jeanssäume überbordenden, bindegewebsschwachen Speckrollen. Tattoos betonen schwabbelige Oberarme stolzer Mittdreißiger. Im Design längst obsolete Arschgeweihe schmücken obere Hinterteile sich selbst überschätzender Anfangvierzigerinnen. Mini-Miniröcke Zwanzigjähriger offenbaren Oberschenkel denen das Wort ‚Muskel’ nie untergekommen ist und in auf denen Cellulite fröhliche Urständ feiert. Männer präsentieren Beine in knappen Shorts, die bei jedem Hobbytraining fürs Torwandschießen locker zwei Partizipienten parallel zum Ziel kommen lassen könnten.
Die erstaunte und extrem verunsicherte Beobachterin fragt sich, ob ein um Monate verlängerter und urplötzlich beendeter November wirklich derart viele Gleichzeitigkeitenselbstbewußt hormongesteuerter, die Öffentlichkeit ästhetisch beleidigender Ausfälle produzieren kann.
Da
Die erstaunte und extrem verunsicherte Beobachterin fragt sich, ob ein um Monate verlängerter und urplötzlich beendeter November wirklich derart viele Gleichzeitigkeiten