Ausgestelltes

Kunsträume

Neues-Museum

Das Restaurierungskonzept für das Neue Museum setzt auf das Konservieren und behutsame Ergänzen vorgefundener Relikte. Originale Rudimente, nachgeschinkelte Flächen und deutlich hervorgehobene Fehlstellen zwingen die Geschichte des Hauses häufig auf eine Ebene. Das verwirrt und stellt die Frage nach einer klaren Linie in den Raum. Die Historie des Neuen Museums lässt sich in den so (re)konstruierten Räumen lesen, ihrem ursprünglichen und künftigen Zweck scheinen sie durch die Überbetonung von Vergangenheit und Architekturgeschichte allerdings enthoben. Die Vorstellung, ägyptische Kunst und Werke der Vor- und Frühgeschichte ihrer Bedeutung angemessen in diesen Sälen rezipieren zu wollen, wirkt befremdlich.
In ihrer Radikalität schaffen die an Stellen totaler Zerstörung gesetzten Neubauten Räume im Raum - mit teilweise dramatischer Wirkung. Das Neue Museum als geduldige Architektenspielwiese, als autarkes Kunstobjekt?
Wie sich Kunst und Architektur vertragen, bleibt abzuwarten. Im Oktober wird das Neue Museum wiedereröffnet.

Who's Afraid of ....

Who-is-afraid
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Kleiner, verschwirbelter Scherz, entstanden aus Ärger über die Verhinderer in der Temporären Kunsthalle.
Da wird mit großem Tam-Tam die Ausstellung Under Lime von Simon Starling angekündigt, beworben und eröffnet und am ersten und zweiten Ausstellungstag stehen die Besucher vor verschlossenen Türen. Eine Sonderveranstaltung verhindere die Öffnung, teilt man den potentiellen Besuchern lapidar auf einem in die Tür geklebten Zettel mit.
Da scheint sich wohl kurzfristig eine gewinnträchtige Vermietung der Halle angeboten zu haben. So verdammt kurzfristig, dass die Zeit selbst für eine kleine Mitteilung an die Tagespresse nicht mehr gereicht hat. Dort war nämlich die Ausstellung heute als geöffnet vermerkt. Der Hinweis auf der Website der Kunsthalle geht, verglichen mit den vielen langen Gesichtern vor der verschlossenen Tür, wohl nicht mal als Entschuldigung durch.
Kommerz versus Kunst.
Wollen die Betreiber der Temporären Kunsthalle, die mit hehren Vorsätzen angetreten sind, nun aktuelle Positionen der Gegenwartskunst vermitteln, die in der verschlafenen Berliner Museumslandschaft zu kurz kommen? Oder wollen sie lieber mit 'Events' Geld verdienen?
Aber es gibt ja Alternativen. Bei c|o Berlin, inzwischen eine Institution und auch entstanden aus einer privaten Initiative, klappt es - mit Inhalten und Informationen.

Kunst und Glück

Fluegelchen
Jetzt kann ich mehr über das Glaskästchen mit der wundersamen Mechanik verraten. Auf der Berliner Liste habe ich es entdeckt und konnte mich der Faszination des sich auf sanften Zug bewegenden Insektenflügelchens nicht mehr entziehen. Die Messe war zu Ende, was also tun? Der Kontakt zum Kreateur war schnell hergestellt.
Ein kurzer, sehr poetischer Schriftentausch mit dem Künstler Hannes Eddelbüttel folgte. Er wusste nicht, ob das Flügelchen verkauft wurde auf der Messe und verwies mich an seine Galeristen. Am Telefon erfuhr ich, es sei noch zu haben.
Nach einigen freudig lauten Herzschlägen vermeldete die innere Stimme der Vernunft: 'du kannst nicht einfach so viel Geld für Kunst ausgeben'. Doch das Herz schlug lauter und ich stieß ein 'ja, ich will' ins Telefon.
Nun gehören wir zusammen und mit jedem Zug am Metallring sitze ich auf dem Flügelchen und fliege mit Erinnerungen und Träumen aus dem Jetzt - mein winziges Stückchen täglichen Glücks.
Und nicht unwichtig: das magische Kästchen ist halb ein Geschenk ganz von Herzen. Auch dafür meinen tiefsten Dank.

Kunst im Fluss

Eine Messe und drei Satelliten, die inzwischen Planeten sind, hunderte Galerien, tausende Kunstwerke – die Masse erschlägt.
Trittbrettfahrer, Kopierer, Möchtegerne, knallharte Vermarkter von Oberflächlichkeit aller Orten. Jedoch ist positiv zu vermerken: es werden weniger.
Schon allein deswegen lohnt sich der Kunstmarathon in diesem Jahr besonders.
Weniger ist mehr scheinen sich viele Galeristen auf dem Art Forum auf die Fahnen geschrieben zu haben. Ruhig gestaltete Kojen, oft nur mit Einzelpositionen besetzt, laden zu nachwirkenden Entdeckungen ein. Auftritt und Präsentation der Galerien sind wie immer hoch professionell. Erfreulich ist der weitgehende Verzicht auf die im laufenden Betrieb vertretenen Blockbuster zugunsten versuchter Erregung von Aufmerksamkeit für viel versprechenden Nachwuchs.
Die Berliner Liste empfängt im denkmalgeschützten und einer Luxussanierung todgeweihten, ehemaligen Hotel Cumberland. 74 Galerien buhlen um Aufmerksamkeit. Auf einige hätte der Veranstalter zugunsten von Qualität besser verzichtet, denn ihr Hang zu Kitsch und Dekorativem wirkt störend zwischen anspruchsvollen Positionen internationaler Kunst. Unkonventionelle Arbeiten strahlen hier deshalb um so heller.
Die Möglichkeit des Weiterlebens eines ‚Untoten’ beweist die Preview im Hangar Zwei des Flughafens Tempelhof. Höhe und Weite beflügeln hier den Kunstbetrieb, sowohl im Spektrum teilnehmender Galerien als auch in Art und Präsentation der Arbeiten.
Wandertaugliches Schuhwerk erfordert der Kunstsalon. Im Umspannwerk in der Kopenhagener Straße setzen die Veranstalter auf Kuratoren- und Künstlerprojekte, was der Messe einen erfreulich unkommerziellen und sehr experimentellen Touch gibt. Mangelnde Professionalität wird hier zum Plus und läßt den Besucher zum Forscher in Raum und Installation werden.
Was allgemein überwiegt, ist die Tendenz zu Fotografie, feingliederiger Zeichnung und Kleinplastik.
Grazil und hintergründig, sei es in Kohle, Kreide oder Bleistift, fein ziseliert, ausgeschnitten und collagiert geschichtet, bedacht vieldeutig installiert, laden viele Arbeiten zu hintergründiger Entschlüsselung. Willigen Entdeckern wächst Raum und nachhaltiges Erlebnis, Anhängern von Pomp und Oberflächlichkeit Mangel. Ein sehr erfreulicher Trend, ein back-to-the-roots.
Und ganz persönlich? Nach zwei Tagen der Kunst (vorerst) satt, bleiben die Eindrücke, die mich innerlich getroffen haben, die Arbeiten, die mich da abholen, wo ich gerade innerlich stehe. Das ist sehr subjektiv.
Fluegel
Als ich diesem Objekt begegnete, war es um mich geschehen. Nein, ich werde nicht verraten auf welcher der Messen, bei welcher Galerie – denn ich habe mich verliebt. Und jetzt wird es das ewige Spiel um Liebe und Geld. Ich hoffe auf Ignoranz folgender Rezipienten und weiß doch um Menschen mit ähnlichen Gefühlen und Wünschen. Einer wird mir dieses wundervolle, mechanische Wunschkästchen wegkaufen, vielleicht schon morgen. Und ich werde trauern, um das Teil von mir, das da so tief drin steckt und dann wohnen wird, wo ich nicht bin. So gern würde ich an dem kleinen Eisenteil ziehen können, wann immer ich mag und das Flügelchen in Bewegung setzen, meinen Träumen Raum gebend, wieder und wieder mit ihm in unbekannte Weiten fliegen.



Robinia

Und ein Objekt hat mich in Bauch und Hirn gleichzeitig getroffen, mich da tief getroffen, wo ich gerade stehe und: es war bezahlbar. Die ‚Robinia pseudoacacia (L.) in vitro’ von Klaus Fritze wird fortan bei mir wohnen. Aus einem Samen gekeimt, ist das zarte Pflänzchen in einem 20 cm hohen Weckglas mit einer fixen Nährlösung eingesperrt, mag kein direktes Sonnenlicht und wird sich deshalb auf meinem Schreibtisch hoffentlich wohl fühlen. Ich werde dem Bäumchen beim Wachsen zuschauen, es wird mein beobachteter Ruhepunkt sein und den Versuch einer Extraktion aus dem In-Vitro-Status nach sechs Monaten, die ihr der pflanzende Kreateur im Glas gibt, hoffentlich lange überleben.

Taken

taken
benennt David Rokeby seine interaktive Video-Installation auf der Transmediale. Überwachungskameras fangen die Besucher der Ausstellung ein und projizieren sie zeitversetzt und überlagert auf dem linken Screen oder zeigen Einzelpersonen auf dem rechten und schreiben ihnen zufällige Adjektive zu.
Got ya, denke ich, fängt dieser Schnappschuß doch den Begeisterungsgrad des Rezipienten (allerdings lediglich den ausgestellten Werken geschuldet) 'zufällig' treffend ein.

"unfinish!"(ed)

transmediale










Reflektionen im Fenster vor dem nächtlich beleuchteten Garten der Akademie der Künste waren leider die spannendsten Eindrücke der diesjährigen, immerhin 20. Ausstellung der Transmediale. Keine der präsentierten Arbeiten konnte überzeugen, geschweige denn an die Tiefe der in den Vorjahren gezeigten Werke anküpfen. Langweilig, flach, ideenlos, trivial - einen Besuch definitiv nicht wert.

"Schmerz laß nach"...

Schmerz-lass-nach … ist in diesem Fall kein Aufschrei sondern Synonym eines einst markigen Werbespruchs für ein Mittelchen „millionenfach bewährt bei Hühneraugen, Hornhaut und Warzen“. Solcherlei, heute oft skurril anmutender Zeilen finden sich viele in der Ausstellung “Flieg Johanna, flieg… – Eine Reise durch die Werbewelt der DDR“ in den Schönhauser Allee Arcaden.
Alle sind sie hier versammelt: Tele-Otto, früher Lottogewinne von bis zu 500.000 Mark versprechend, die seifenblasenumgebene Fewa-Johanna, das Messemännchen, Symbol der Leipziger Vorzeigeschau „Messe der Meister von Morgen“, der sprittige Minol-Pirol und, und, und.
Höhen und Tiefen ostdeutschen Werbeschaffens und originale Produktbeispiele der 50er bis 70er Jahre vereint die Ausstellung auf zwei Etagen. Ein äußerst belustigendes Beispiel ist „Yvette intim“ ein Unterleibswässerchen „empfohlen auch für den Mann“.
Reklame war ein fester Bestandteil der DDR-Volkswirtschaft. Designed, betextet und plakatiert wurden, mal mehr mal weniger peppig, hauptsächlich Konsumgüter der konkurrenzlosen Wirtschaft des Landes. Dabei schielten die Kreativen gelegentlich auch Richtung Westen.
Mit Symbolfiguren propagierten die Werber oftmals Aktionen zur Verbesserung des Handelsangebotes. Korbine Früchtchen, eine Erdbeere, popularisiert durch die Kinderzeitschrift „Frösi“ (Fröhlichsein und Singen), rief so zum Sammeln von Wildfrüchten auf, um diese in Konsum und HO anbieten zu können.
Ab 1959 gab es auch Fernsehwerbung. In den „Tausend Tele Tips“ wurden Ladenhüter und Neuheiten inländischer Produktion beworben. Manchmal auch mit Pannen. So verschwand ein Geschirrspüler schnell aus dem Programm, hatte er doch rufschädigenderweise diverse Küchen geflutet. Als Warenengpässe immer offensichtlicher und in Volkes Munde besprochen wurden und man staatlicherseits insgeheim feststellte, daß es kaum Konsumgüter zu bewerben gab, stellte man 1976 kurzerhand den Feldversuch schwarz-weißer Buntmalerei ein.
Bis heute aber sitzen wohl bei manchen Zeitgenossen Melodien zu Slogans wie „Baden mit badusan, badusan, badusan“ unlöschbar in den Gehirnwindungen.
Für gelernte DDR-Bürger bietet die Ausstellung außerdem die äußerst amüsante Möglichkeit des Abkürzungsratens. Wer kann erinnern was OGS (Obst-Gemüse-Speiskartoffeln) oder AKA-Elektrik (Aktiv auf dem Markt – Konzentriert in der Handelstätigkeit – Aktuell im Angebot) bedeuten?
Noch bis 16. September empfiehlt sich diese Zeitreise der etwas anderen Art als kleiner Bildungsurlaub in der Shoppingpause.

Wölfe im Schafspelz

Woelfe
Beim Betreten der Galerie der Deutschen Guggenheim öffnet sich eine magische Welt. Sogartig durchzieht eine imaginäre Bewegung den Raum, es zischt und knallt - und doch ist alles real.
(Ver)zauberer des Kunstraumes ist der chinesische Künstler Cai Guo-Qiang (*1957). „Head on“ benennt der gelernte Bühnenbildner seinen dreiteiligen Werkkomplex, den er speziell für diese, seine erste große Einzelausstellung in Deutschland geschaffen hat.
Cai, seit 1995 in New York lebend, ist ein Wanderer zwischen den Welten und ein durchdringender Beobachter ihrer Geschichte und Kultur. In seinen Arbeiten verschmelzen Gegenwart und Vergangenheit zu einem Konglomerat verwirrender Eindrücke.
Erst bei genauerem Hinsehen gibt die 4 x 9 Meter große Zeichnung „Vortex“ ihr Geheimnis Preis. Cai bedeckte die Japanpapierfläche mit Schablonen und bestreute sie mit 15 verschiedenen Sorten Schießpulver. Mittels Zündspur entflammt, verschwand das Bild im Innenhof der Deutschen Bank unter einer Rauchwolke, um danach seine, durch Schmauch- und Brandspuren, von Planung und Zufall beeinflußte Komposition sichtbar werden zu lassen.
An der gegenüberliegenden Wand läuft das Video „Illusion II“. Trügerisch ist der erste Eindruck des vermeintlichen Feuerwerks. Elegisch steigen Lichtfunken in die Nacht.
Cai ließ für diese Installation von den Babelsberger Filmstudios ein typisch deutsches Haus auf dem Freigelände hinter der Ruine des Anhalter Bahnhofs nachbauen und füllte es mit Pyrotechnik. 15 Kameras hielten das Abfackeln bildlich fest. Die anfängliche Begeisterung für die farbenfrohe Illumination weicht beim Betrachter schnell einem bedrückenden Gefühl für die zerstörerische Kraft des Feuers. Das Haus brennt nieder. Assoziationen zum zweiten Weltkrieg, zu gegenwärtigen Konfliktherden steigen auf. Verflogen ist die unbedarfte Erlebbarkeit bunten Feuerwerks, machtvoll greift die Kraft der Zerstörung nach dem Betrachter.
Wenige Schritte weiter sind furchterregend die Wölfe los. 99 Isegrims rasen zähnefletschend aufwärts, strömen einem Ziel zu. Des Rudels Spitze zerschellt an einer Glaswand. Schmerzverkrümmt winden sich die Leittiere am Boden. Die Berliner Mauer, Sinnbild einstigen Widerstands, erscheint vor dem Auge des Betrachters. Joseph Beuys’ Aktion „I like America and America likes me“, in der er sich, umhüllt von einem Schaffell und eingesperrt in einen Käfig, über Stunden einem Kojoten aussetzte, scheint hier gegenwärtig. „Deeskalation – hin zur Harmonie“ ist das für Cia. Nicht umsonst ließ er seine Wölfe in China fertigen. Schaffelle umhüllen Korpusse aus Metalldrähten und Stroh, denen Kunststoff täuschend echte Gesichter gibt.
Vertrautes im Neuen entdeckend wird der so virtuos auf der Klaviatur von Schamanentum und Mythen spielende Cia 2008 mit seinen materialisierten Ideen die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Peking gestalten.

Rauschen

rauschen
Noch bis zum 4. August bietet sich Mitte-Flaneuren in der Auguststraße 16 jeden Abend ein beeindruckendes Bild. Pünktlich um 22.30 Uhr schaltet Ingrid Berger ihre Videoinstallation „Rauschen“ an. Alle Fenster des Gebäudes werden von einem pixeligen Flimmern erfaßt.

Dieses Haus mit seiner Klinkerfassade war nie ein Wohnhaus. Als Siechenhaus der jüdischen Gemeinde 1876 eingeweiht, wurden seine Räumlichkeiten bald vom nebenstehenden jüdischen Krankenhaus genutzt. Nach dessen Umzug in den Wedding fanden Institutionen der Wohlfahrt hier ihren Platz. Während des Naziregimes diente der Gebäudekomplex als Ausgangsstation für die Deportation. Ab 1947 hatte hier eine Schule ihr Domizil. Seit 1993 steht das Haus leer.

Der Leerstand erst machte das Projekt der Bühnenbildnerin Ingrid Berger (*1972) möglich. Mit einsetzender Dämmerung verblassen Fassaden und Konturen von Gebäuden. Ihr Inneres wird jetzt durch die Bewohner nach außen getragen. Lampen, Monitore, Fernseher oder Kerzen erzeugen unterschiedliche Lichtstufen, lassen Passanten ausschnittweise am Leben Unbekannter teilhaben.

Ingrid Berger hinterlegte im ersten Teil ihrer Installation alle Fenster mit einem gleichmäßigen, dem weißen Rauschen des Fernsehens ähnlichen, Effekt. Sie schaltet Wahrnehmungen gleich. Nichts erinnert mehr an sich hinter den Fenstern befindliche Individualität. Verschwunden ist die Transparenz des Glases, die Fassade verliert ihren Wirklichkeitsbezug, erscheint als Kulisse. Die immateriellen Lichtpunkte zwingen zur Imagination.

Im derzeit zu sehenden zweiten Teil von „Rauschen“ unterbrechen Störungsmuster die monotone Pixelbewegung, ähnlich dem Effekt beim Drücken des TV-Kanal-Suchlaufes an der Fernbedienung. Dynamische Bewegungen entstehen, das Auge sucht unweigerlich nach Bildern. Die Bewegung zwingt zur Wahrnehmung verstreichender Zeit.
Frappierend und wohlbekannt stellt sich so der Effekt ein, daß nicht wir uns bewegen, sondern das Medium eine Reaktionsgeschwindigkeit vorgibt.

Gelb

Hemmert

Gelb symbolisiert Sonnenlicht, aber auch Eifersucht. Die Farbe beunruhigt und bringt, in einem grellen Ton verwendet, ein gewisses Maß an Gewalt zum Ausdruck. Auf dieses Farbpotential baut Hans Hemmert (* 1960) in seiner Ausstellung ego sum via in der Galerie carlier | gebauer.

Provokant verbindet der in Berlin lebende Künstler in seinen Skulpturen Dinge, die scheinbar nicht zusammen gehören. Da ist die, christlicher Symbolik entlehnte, Mutter mit dem Kinde mit der neuzeitlichen Pistolenlady in gelbem Lack verschmolzen (… was geht, schwester?), da treffen sich Schwertfrau und Baby (and when I arrive at my destination) in einem Monolith. Das in fester Form manifestierte nicht-voneinander-loskommen-können spiegelt die Widersprüche von traditionellem Rollenverständnis und moderner Lebensweise in überspitzter, fast ironischer Weise. Abhängigkeit und erkämpfte Freiheit streben in gleich kraftvoller Bewegung in entgegengesetzte Richtungen, nicht jedoch ohne den Blick zurück der miteinander verschweißten Figuren.

Die gewaltig gelbe Verbundenheit schreibt eine Untrennbarkeit heutigen Seins von der Geschichte fest. Ein Sieg im Kampf der Gegensätze scheint unmöglich – herausfordernde Denkanstöße, die auch den abgebrühtesten Konsumenten so schnell nicht mehr loslassen.

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Meinungen

sie haben doch nicht...
das reisefieber und die fotolust "kurriert"? ich vermiss...
Ranunkelchen - 27. Mai, 23:14
auch von mir....
... alles gute nachträglich.
Doro (Gast) - 10. Mär, 17:13
hab lieben dank!
Paula notes - 8. Mär, 23:03
herzlichen glückwunsch!...
schneck08 - 6. Mär, 00:04
ich selbst
kanns aus 9monatiger eigener abstinenz nur empfehlen!...
ranunkelchen (Gast) - 12. Okt, 21:35
ja, sicher
und fern und scheinbar nicht erreichbar. aber für mich...
Paula notes - 6. Sep, 01:12
der nachthimmel hat's...
der nachthimmel hat's gut.
schneck08 - 5. Sep, 10:14

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Zuletzt aktualisiert: 15. Apr, 10:03