Sentimentales

...

stein
der ewigkeit hätte sein können
zu stein verkommen

Gestrandet

gestrandet

Ungewollt und kopfüber läßt sie sich ins Becken ziehen, taucht ein in die wohlige Umarmung des Elementes. Gleichmäßige Bahnen ziehend schlägt ihr Puls im Takt.
Nicht von ihr bestimmt steigt die Schlagstärke. Geführt greifen Bewegungen tiefer. Sie ergibt sich widerstandslos ihrem Körper.
Gesuchte Worte, erinnerte Sätze werden zu Blasen, zerplatzen unter der Wasseroberfläche. Sie läßt sich treiben, schwimmt im Gestern, sucht im Morgen nicht das Ziel.
Müde stemmt sie sich aus dem Becken. Und nichts ist mehr wie vor dem Eintauchen.

Hochsommer

hochsommer








Von des Sonnengotts Geschossen
Liegen Wald und Flur versengt,
Drüber, wie aus Stahl gegossen,
Wolkenlose Bläue hängt.

In der glutgeborstnen Erde
Stirbt das Saatkorn, durstig ächzt
Am versiegten Bach die Herde,
Und der Hirsch im Forste lechzt.

Kein Gesang mehr in den Zweigen!
Keine Lilie mehr am Rain! -
O wann wirst du niedersteigen,
Donnerer, wir harren dein.

Komm, o komm in Wetterschlägen!
Deine Braut vergeht vor Weh -
Komm herab im goldnen Regen
Zur verschmachtenden Danae!

Emanuel Geibel
(1815-1884)

...

einsamkeit
dreifach verwoben in strahlender nacht
sehnsüchte
gebrochen vom anbrechenden morgen
träume
zeitlos

...

geraeuschkulisse

geräuschkulisse
getragen vom glück anderer
fremd in gewohnter nähe
bohrender dorn im herzen
sich windend, den schmerz bekämpfen
ihm erliegend, die erfüllung erinnerter zeit
verinnerlichen

GESCHENK

geschenk



ACH, MEIN GELBER FISCH
ACH, MEIN GELIEBTER GELBER FISCH
FISCH, GELBER FISCH
TRAUER WÄHREND ICH SCHWAMM
AUGEN WIE NICHTS
FLOSSEN WIE HÄNDE
LEIB, ELENDES
WEIB, ELENDER
MITTEN HINDURCH
FISCH, GELBER FISCH
GLIEBTER GELBER FISCH
TRAUER, WÄHREND ICH SCHWAMM

T. B.

Ausbruch

Schwindelig von der Überschlagschaukel der Gefühle. Die eigene Kraft der Zerstörung anheim fallen lassen, bis kraftlose Ohnmacht keine Bewegung mehr zuläßt. Der gewollten Höchstgeschwindigkeit huldigen bis zur Besinnungslosigkeit
Gegen die Wut ankämpfen, auf daß sie sich nicht festsetzt in deinem geschwächten Körper, auf daß sie keine Chance hat, weiter durch deine Tage und Nächte zu mäandern, auf daß sie nicht mehr deinen Schlaf frißt, dich erschöpft dem Morgentau überlassend.
Salzige Ströme ausgetrocknet. Nichts spült dich mehr in befreiende Losgelöstheit.
Defekte Seismographen. Entäußertes verhallt, unaufgeschlossen. Keine Worte mehr. Das Milchglas zerstoßen. Die Ahnungsmembran tödlich verletzt. Fruchtloses Brachland die Offenbarung.

(Ge)zeiten

Gezeiten

Die Sturmflut eines leeren Herbsttages spülte sie aneinander. B. stand ausgebrannt und gedankenlos am Tresen. Sein Leben drohte zu vaporisieren. Verzweifelt umgriff er fest das Glas, blickte zur Barfrau. Und durch sie hindurch in die Haltlosigkeit des Abends. J. zapfte ihm das nächste Bier. Sie sah seine Verlorenheit, wußte, er würde in ihr den Strohhalm suchen und konnte doch nichts dagegen tun.
Ein Gespräch entspann sich, ein Stein fiel in den ruhigen See ihres Seins und warf wellige, alles verändernde Kreise. Gemeinsam wollten sie der Strömung folgen, gaben sie sich dem jetzt reißend fließenden Wasser anheim.
Der romantische Blick auf das unendliche Meer ließ sie Untiefen nicht sehen.
Drohend und schnell türmte sich das Gewitter auf, ein Leben zu dritt schien unvorstellbar.
J. driftete in heimatliche Buchten, erfuhr Vergangenheiten, um die sie nicht wissen wollte und die ihr nicht halfen, eine für sie Bestand habende Entscheidung zu treffen.
Sie war im richtigen Alter. Auch ohne den Mitsegler hätte sie einen Benjamin lieben können. Gefährten sprachen zu, rieten ab. Nie hatte sich J. so allein im Unwetter gefühlt. Sie entschied sich für die Einsamkeit. B. heuerte auf anderen Schiffen an, schrieb ihr dann und wann eine Postkarte und blieb ihr fest verbunden. Oft trafen sie sich, tauschten Reiseberichte, verinnerlichten gegenseitig Sturmwarnungen und glätteten aufkommende Wogen. Dann bestieg der ehemalige Mitsegler ein Schiff und verschwand. Gelegentliche Wasserstandsmeldungen der J. verhallten unbeantwortet. Nur durch einen Zufall machte sie Jahre später den Ankerplatz seines Schiffes ausfindig und ging, ihn zu grüßen. Verhalten und geheimnisvoll waren seine Worte. Das Tau, das sie einst verband, schien gerissen.
Und es war der heftige Sommerregen, unter dem sie standen, der sie vielleicht für immer voneinander weg spülte.

Nachtrag: Mit Dank für mehr als Inspirationen einer bereichernden, tiefsinnigen und verbindenden Nacht.

...

als aschenputtel erwacht
vom abend zur prinzessin erkoren
golden glänzt die nacht

...

sich bescheiden, einengen
sich vermeiden

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Meinungen

sie haben doch nicht...
das reisefieber und die fotolust "kurriert"? ich vermiss...
Ranunkelchen - 27. Mai, 23:14
auch von mir....
... alles gute nachträglich.
Doro (Gast) - 10. Mär, 17:13
hab lieben dank!
Paula notes - 8. Mär, 23:03
herzlichen glückwunsch!...
schneck08 - 6. Mär, 00:04
ich selbst
kanns aus 9monatiger eigener abstinenz nur empfehlen!...
ranunkelchen (Gast) - 12. Okt, 21:35
ja, sicher
und fern und scheinbar nicht erreichbar. aber für mich...
Paula notes - 6. Sep, 01:12
der nachthimmel hat's...
der nachthimmel hat's gut.
schneck08 - 5. Sep, 10:14

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Zuletzt aktualisiert: 15. Apr, 10:03